Die Dachbegrünungen

Dachbegrünungen sind nicht nur sehr schön anzusehen. Sie tragen ebenso zur architektonischen sowie zur psychologischen Verbesserung bei. Auch die positive Wirkung im ökologischen Bereich sollte nie außer Acht gelassen werden. Des Weiteren ist die Rückhaltung on Niederschlagswasser zu beachten, welche ebenso zu einer Entlastung der Stadtentwässerung führen. Des Weiteren hat man so für die Abdichtung sowie die Dachkonstruktion alle bereits erwähnten Vorzüge von einem schweren Oberflächenschutz.

Aufgrund der vielen positiven Aspekte wird die Tendenz zu der Herstellung einer solchen Dachbegrünung in den innerstädtischen Bereichen mit einer hohen Bebauungsdichte auch in den kommenden Jahren weiter bleiben. Das liegt auch daran, dass Kommunen sowie andere öffentlichen Bauträger weiterhin dazu übergehen, in verschiedenen Gebieten die Dachbegrünung sogar in die Baupläne sowie in die verschiedenen Bauvorschriften mit aufzunehmen. Sie werden in Zukunft also durch entsprechende Auflagen vorgeschrieben und sind somit unumgänglich.

Wichtig ist es allerdings, dass bei der Anlage von einer festen Begrünung unterschiedliche Anforderungen beachtet werden, welche von dem Planer sowie Herstellern aufgestellt werden. Das betrifft sowohl das Flachdach als auch die Dachterrassen, die Tiefgaragendecken und alle anderen ähnlichen erdüberschütteten Bauteile.

Die verschiedenen Begrünungsarten

Es gibt ganz unterschiedliche Arten der Begrünung für Häuser. Diese sind wie folgt festgelegt:

Aufwendige Intensivbegrünung

Bei der aufwendigen Intensivbegrünung handelt es sich um komplette Rasenflächen oder aber Stauden und Gehölzen. Zusätzlich betrifft das im einzelnen sogar Bäume. Diese habe alle hohe Ansprüche an den jeweiligen Schichtaufbau und an die Wasser- sowie Nährstoffversorgung. Das bedeutet allerdings auch, dass diese Art von Dachbegrünung nur durch eine intensive und regelmäßige Pflege auch erhalten werden kann. Die Pflege entspricht laut Experten sogar den Anforderungen einer Gartenlandschaft.

Einfache Intensivbegrünung

Die einfache Intensivbegrünung beinhaltet bodendeckende Begrünung durch Stauden oder Gräser sowie Gehölze. Die ausgesuchten Pflanzen haben allerdings geringere Ansprüche an den jeweiligen Schichtaufbau. Auch die Ansprüche an die Wasser- und Nährstoffversorgung ist hier nicht so hoch, sodass die jeweiligen Pflegemaßnahmen nur in einem reduzierten Umfang erforderlich sind.

Extensive Begrünung

Unter die extensive Begrünung fallen die naturnah angelegten Vegetationsformen, sodass es sich hierbei nicht um immergrüne Gartenanlagen handelt. Die extensive Begrünung erhält sich weitestgehend selbst und entwickelt sich allein weiter. Als Pflanzen werden unter anderem Moose oder Sedumarten sowie Gräser und Kräuter empfohlen.

Die einzelnen Pflanzen verfügen dabei über eine ganz besondere Anpassung an extreme Standortbedingungen. Auch die Regenerationsfähigkeit ist hier wesentlich höher. Dabei muss allerdings bedacht werden, dass die extensive Begrünung nicht für den Aufenthalt von Menschen geeignet ist und auch nicht als Freifläche verwendet werden sollte. Diese Art der Dachbegrünung wird auch nicht gepflegt, sodass es besonders einfach in der „Haltung“ ist. Bis auf die anfängliche Bewässerung und Entwicklungspflege kommen hier also keinerlei Aufgaben auf die Nutzer hinzu, außer dass man hier ein bis zwei Mal im Jahr nachschauen sollte, ob auch alles soweit in Ordnung ist.

Die Leistungstrennung zwischen Gärtner und Dachdecker

Bei der Planung sowie bei der Ausführung von der Dachbegrünung wird empfohlen, dass hier die jeweiligen Zuständigkeitsbereiche voneinander getrennt werden. Das betrifft die Abdichtung und Bepflanzung.

Der Dachdecker muss sich unter anderem um die Herstellung der Dampfsperre sowie um die Wärmedämmung kümmern. Des Weiteren fällt auch die Abdichtung mit Durchwurzelungsschutz in seinen Aufgabenbereich. Hinzu kommt die obere Schutzschicht. Hier muss man allerdings nicht immer zur Kiesschüttung greifen. Ein Dachdecker kann auch eine Drän-, Filter- und Vegetationsschicht einbauen.

So wird gesagt, dass je mehr Schichten von dem jeweiligen Dachdecker über der oberen Schutzschicht verlegt wurde, desto besser die Abdichtung schlussendlich ausfällt. Des Weiteren lässt sich durch mehr Schutzschichten auch der Gewährleistungsbereich besser eingrenzen.

Handelt es sich um eine extensive Begrünung, so konnte festgestellt werden, dass es sinnvoll ist, sogar die Aussaat und die Bepflanzung durch den Dachdecker vornehmen zu lassen, was ebenso auf die Fertigstellungspflege zutrifft. Dieser kann das nun entweder selbst machen oder ein Nachunternehmen einschalten. So kann alles von einer Hand gemacht werden, was viele Vorteile zu bieten hat.

Handelt es sich allerdings um eine Intensivbegrünung, so wird in der Regel eine Leistungstrennung empfohlen. Die Trennung zwischen Dachdecker und Gärtner sollte dabei oberhalb von der verlegten Schutzschicht erfolgen, um so anschließend alles klar trennen zu können. Bevor der Gärtner allerdings weiter macht, sollte eine ordentliche Prüfung veranlasst werden, welche durch einen Dritten vorgenommen wird. Anschließend kann nun die gärtnerische Gestaltung sowie die Bepflanzung und der Begrünungsaufbau von professionellen Gärtnern bzw. Fachleuten bis ins kleinste Detail geplant und anschließend ausgeführt werden.

Die Anforderungen an den Dachschichtenaufbau

Die Lastannahmen

Beim Dachschichtenaufbau muss natürlich das Gewicht von dem Begrünungsaufbau mit einberechnet werden, was sowohl den statischen Nachweis für die Unterkonstruktion betrifft als auch die Druckbelastung von dem Wärmestoff, der beim Vorhaben genutzt wird. Bei einer Intensivbepflanzung muss die damit verbundene zusätzliche Auflast noch bedacht werden, welche zum Beispiel durch die Anstaubbewässerung zustande kommt. Auch eventuelle Punktlasten wie Bäume und Co. sind hier nicht zu vergessen und sind gesondert zu berechnen.

Die Abschottung

Wichtig ist es bei der Abschottung, dass diese so geplant wird, dass hier im Falle einer Undichtigkeit keine Wasserwanderung möglich ist. Das Weitern muss die dafür verantwortliche Stelle schnell und ohne großen Aufwand gefunden werden. Das kann unter anderem ermöglicht werden, indem bei der Abschottung in Feldern gearbeitet wird oder man sich für vollverklebte Dachschichtenaufbauten entscheidet.

Der Durchwuzelungsschutz

Wichtig ist es bei allen Begrünungsarten so zu arbeiten, dass die Abdichtung komplett sicher vor Beschädigungen durch ein- oder durchdringende Pflanzenwurzeln ist. Das gilt jedoch nicht nur für die Vegetationsfläche, sondern ebenfalls für bekieste oder mit Platten belegte Randbereiche sowie auch für alle vorhandenen An- und Abschlüsse. Dabei ist es wichtig, dass die Eignung von dem gewählten Durchwurzelungsschutz nachgewiesen werden kann, was zum Beispiel mit einem FLL-Untersuchungsverfahren möglich ist.

Handelt es sich um sogenannte bituminöse Abdichtungen, nutzt man hier als Oberlage keine Polymerbitumenbahn it Glasgewebe oder einer Polyestervlieseinlage. Hier greift der Profi u einer Schweißbahn aus Spazialbitumen in Kombination mit Metallbandeinlagen, welche extra für diesen speziellen Verwendungszweck hergestellt wurde. Vor allem bei Sanierung gibt es noch die Möglichkeit, über der bituminösen Abdichtung eine Trennlage sowie eine Wurzelschutzbahn aus Kunststoff einzuarbeiten.

In der Regel sind die verwendeten Kunststoffbahnen für die Dachabdichtung allerdings bereits wurzelfest, was bedeutet, dass in diesem Fall keinerlei weitere Maßnahmen notwendig sind. Allerdings sollten Betroffene auch hier sichergehen, dass die Eignung einer solchen Bahn als Durchwurzelungsschutz nachgewiesen werden kann.

Die Schutzschicht über der Abdichtung

Es ist immer wichtig, die Abdichtung als auch der Durchwurzelungsschutz auch gegen mechanische Beschädigungen zu schützen. Dafür kommen nun unterschiedliche Produkte:

  • Schutzvlies (PES) mit mindestens 300 Gramm pro m². Dabei die meisten unter extensiven Begrünungen mit einer geringen Aufbaudicke, welche bei ca. 40 bis 60 mm liegt. Natürlich handelt es sich um unverottbare Schutzvliese.
  • Schutzbeläge oder Schutzbahnen, wie zum Beispiel Gummischrotmatten. Diese unter extensiven und intensiven Begrünungen von einer größeren Aufbaudicke.
  • Unverottbare bahnen- oder plattenförmige Dränschichten, die formstabil sind.

Wichtig ist es dabei immer, dass die jeweilige Ausführungsart sowie die damit verbundenen Dimensionierung immer mit dem Grad der eigentlichen Beanspruchung angepasst wird. Es ist im Einzelfall auch möglich, dass hier Schutzschichten aus Estrich und Beton notwendig sind, welche in einem solchen Fall nach DIN 18 195 Teil 10 [25] ausgebildet werden müssen. Allerdings sollte immer bedacht werden, dass bei einem Betonestrich die Gefahr der Kalkauswaschung besteht. Das würde dazu führen, dass eine Versinterung von den Entwässerungseinrichtungen besteht.

Handelt es sich um einen Anschlussbereich, so ist darauf zu achten, dass die Abdichtung sowie der Durchwurzelungsschutz durch Vormauerung, Schutzbleche, durch vorgestellte Betonplatten oder durch diverse andere Maßnahmen geschützt werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Vegetationsfläche um ca. 50 cm zurückgesetzt wird. Außerdem muss der Zwischenraum mit einer großen Kiesschüttung oder einem Plattenbelag versehen werden. Ein solcher Randschutz hat vor allem die Aufgabe, die Entwässerung zu verbessern und stellt gleichzeitig eine Windsogsicherung dar. Außerdem dient er der Begehung für die Kontrollen, die Wartungen oder aber Pflegearbeiten. Auch als vorbeugender Brandschutz bei extensiven Begrünungen ist dieser Bereich vorgesehen.

Die Schutzschicht ist unter den Dachbegrünungen unverzichtbar und stellt ein wichtiger Bestandteil des Begrünungs- und Abdichtungsaufbaues dar. So konnte beobachtet werden, dass die meisten Beschädigungen an Abdichtungen vor allem aufgrund der fehlenden oder während der Bauzeit zu spät aufgebrachten Schutzschicht entstanden sind. Aus diesem Grund sollte man auch hier noch mal auf die Bestimmungen der DIN 18 196 Teil 10 denken, wo drin steht, dass die Schutzschichten die jeweiligen Bauwerke durchgehend vor schädigenden Einflüssen von statischer, thermischer sowie vor dynamischer Art schützen müssen.

Dabei ist die Art der Schutzschicht immer auch von den zu erwartenden Beanspruchungen sowie von den örtlichen Gegebenheiten abhängen und wird demensprechend individuell ausgewählt. Dabei ist es wichtig, die Schutzschichten, welche auf eine fertige Abdichtung aufgebracht werden sollen, schnellstmöglich herzustellen. Dabei ist es wichtig, dass bei der Herstellung der Schutzschicht die Abdichtung nicht beschädigt wird. Auch eventuelle Verunreinigungen, welche sich auf der Abdichtung befinden, müssen dementsprechend vor der Herstellung der Schutzschicht komplett entfernt werden.

Zusätzlich gilt es zu beachten, dass auf ungeschützten Abdichtungen keinerlei Lasten wie Baustoffe oder Geräte stehen dürfen. Außerdem dürfen diese nur im äußersten Notfall und dann nur mit dem richtigen Schuhwerk betreten werden.

Die Dachneigungen

Im Gegensatz zu anderen Regelwerken wird in den FLL-richtlinien im Hinblick auf die vegetationstechnischen Anforderungen an die Bauweise von Dachbegrünungen eine Einteilung in unterschiedliche Dachgruppen vorgenommen. Bei den folgenden Werten handelt es sich um abgerundete Werte:

Dächer mit:

  • einem Gefälle von bis zu zwei Prozent haben eine Neigung von ca. einem Grad
  • einem Gefälle von zwei bis fünf Prozent haben eine Neigung von ein bis drei Grad
  • einem Gefälle von 5 bis 36 Prozent haben eine Neigung von 3 bis 20 Grad
  • einem Gefälle von 36 bis 58 Prozent haben eine Neigung von 20 bis 30 Grad
  • einem Gefälle von 58 bis 100 Prozent haben eine Neigung von 30 bis 45 Grad

Wenn es sich um eine Extensivbegrünung oder eine einfache Intensivbegrünung handelt, so sollten Dächer mit einem Gefälle die Regel sein. So spricht eine hier vorhandene geregelte Entwässerung den grundsätzlichen Bedürfnissen von der Vegetation der jeweiligen Extensivbegrünung.

Bei Dächern mit einer Neigung von unter zwei Prozent sollten nur mit Begrünungsbauweisen mit einer geplanten Anstaubbewässerung in einem Rahmen von einfachen und aufwendigen Intensivbegrünungen verwendet werden. Sollte hier jedoch eine Extensivbegrünung angelegt werden, so ist darauf zu achten, dass aus entwässerungstechnischen Gründen zusätzlich eine dimensionierte und hydraulisch wirkende Dränschicht eingebaut wird. So kann man sich merken, dass mit eine, zunehmenden Gefälle auch eine schnelle Wasserabführung erfolgt.

Ab einer gegebenen Neigung von ca. drei Grad kann man das durch einen Schichtenbau, welcher somit ein höheres Wasserspeicherungsvermögen aufweist, sowie einer geringeren Dränung ausgleichen.

Handelt es sich um eine Dachneigung ab zehn Prozent, so muss im Traufbereich mit einem erhöhten Wasserfall gerechnet werden. Dieser ist nun durch eine entsprechende Dränung abzuleiten. Im Übrigen stellt diese Neigung die absolute obere Grenze zur Verwendung von Intensivbegrünungen dar.

Bis zu einer Dachneigung von 20 Grad sind für die Extensiv- und einfachen Intensivbegrünungen oft noch keine konstruktiv aufwendigen Schubsicherungen nötig. Das allerdings nur dann, wenn es die stoffliche Beschaffenheit der darunter befindlichen Schichten erlaubt.

Bei Steildächern mit einer Neigung von mehr als 20 Grad und somit ab einem Gefälle von 36 Prozent ist in der Regel eine konstruktive Schubsicherung, wie zum Beispiel durch Lattengerüste, erforderlich. Handelt es sich um Steildächer ab einer Neigung von mindestens 30 Grad und einem Gefälle ab 58 Prozent erhöht sich natürlich die vegetationstechnische Problematik. Dabei ist immer auch die spannungsfreie Lage von der Schubsicherung gegenüber der Dachabdichtung sowie des Durchwurzelungsschutzes zu beachten. In den FLL-Richtlinien sind die dabei benötigten vegetationsbedingen und konstruktiven Maßnahmen zu finden.

Handelt es sich um ein Dach mit einer Neigung ab 45 Grad, wird empfohlen, dass man aufgrund der vegetationstechnischen und konstruktiven Problematik auf die Begrünung verzichtet und diese somit komplett weglässt.

Der Schichtenaufbau der Dachbegrünung

Dem jeweiligen Leistungsbereich von einem Dachdecker entsprechend sind nachstehen ausschließlich Begrünungen ohne eine Anstaubbewässerung und in einer einfachen Bauweise besprochen, welche vorzugsweise für einfache Extensiv- und Intensivbegrünungen verwendet werden. Der über der Wurzelschutzbahn und der oberen Schutzlage liegende Funktionsschichtaufbau besteht aus einer Dränschicht, einer Filterschicht sowie einer Vegetationsschicht. Dabei ist zu beachten, dass einige Stoffgruppen sogar mehrere Funktionen übernehmen. Das macht es möglich, dass sich auch einschichtige oder zwei- bzw. dreischichtige Bauweisen durchführen lassen.

  • Bei einer einschichtigen Bauweise muss das Stoffgemisch filterstabil und dränfähig sein. Außerdem muss hier gewährleistet werden, dass diese Funktionen dauerhaft erfüllt werden können. Dabei ist ein Mindestgefälle von 2 Prozent eine Voraussetzung für eine einschichtige Bauweise.
  • Handelt es sich um eine zweischichtige Bauweise, so sind hier die oft bahnenförmigen Dränmatten an deren Oberseite mit einem festverbundenen Filtervlies oder ähnlichen Materialien ausgestattet.
  • Sobald für die Dränschicht unkaschierte Dränelemente, Dränplatten sowie kornabgestufte Schüttstoffe zum Einsatz kommen, muss darüber eine Filterschichte aufgebaut werden. Bei einem solchen Vorgehen handelt es sich nun um die dreischichtige Bauweise.

Auch wenn die einschichtige Bauweise kostengünstiger ist, ist diese bis heute nicht ganz unumstritten. Das liegt vor allem daran, dass die dafür geeigneten Substrate, welche im Hinblick auf die benötigte Dränung grobporiger ausfallen müssen als bei den mehrschichtigen Modellen, bei einem geringen Regenfall weniger Wasser für die Pflanzen aufweisen, sodass die Nährstoffzufuhr verringert ist.

Das kann natürlich negative Folgen für die Dachbegrünung haben. Auf der anderen Seite wird zu viel Wasser bei einem starken Regenfall nicht schnell genug abgeleitet. Das Wasser würde sich dabei eher anstauen. Das hat die Folge, das zusätzliche Traglasten entstehen. Außerdem kann es zu einem Auf- und Abschwemmen der für die einschichtige Bauweise genutzten Materialien kommen.

Die Dränschicht

Eine Dränschicht hat die Aufgabe, überschüssiges Wasser aufzunehmen und dieses anschließend den Dachabläufen zuzuführen. Des Weiteren dient sie bei einer entsprechenden stofflichen Ausbildung auch gleichzeitig der Wasserspeicherung. Sie soll die Schutzfunktionen für den darunterliegenden Aufbau übernehmen und den durchwurzelbaren Raum vergrößern. Dabei wird allerdings wie folgt in Materialart und Ausführung unterschieden:

  • Dränmatten, welche aus Kunststoff-Noppenmatten, Fadengeflechtmatten, aus Strukturvlies oder aus Schaumstoff-Flockenmatten bestehen.
  • Schüttungen aus Lava, Bims oder Kies oder gebrochenem und ungebrochenem Blähton und Blähschiefer.
  • Drähnelemente, welche aus Schaumstoff oder Hartkunststoff gefertigt sind.
  • Dränplatten, die aus verklebten Schaumstoffkugeln bestehen.
  • Drän- und Substratplatten aus einem modifizierten Schaumstoff.

Handelt es sich um eine extensive Dachbegrünung, welche in der Regel eine verhältnismäßig geringe Gesamtdicke hat, kommen oft Dränmatten zum Einsatz, welche mit einer fest verbundenen Filterschicht ausgestattet ist.

Handelt es sich um spezielle Dranelemente aus Polystyrol-Hartschaum, so gibt es bestimmte Richtwerte des Wärmedurchlasswiderstandes. Diese können für einen Wärmeschutznachweis nach der Wärmeschutzverordnung genutzt werden. Dafür ist allerdings ein Bescheid von dem Bundeministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau notwendig. Durch die Verwendung solcher Elemente entsteht ein Duodach.

Andere Schichten und weitere Elemente vom Begrünungsaufbau werden bei der Berechnung einer Wärmedämmung nicht beachtet und somit auch nicht in Ansatz gebracht.

Die Filterschicht

Die Filterschicht hat vor allem die Aufgabe, zu verhindern, dass feinere Boden- und Substratteile aus der Vegetationsschicht in die vorhandenen Dränschicht gelangt, wo sie nun unter Umständen sogar die Wasserdichtigkeit der Schicht negativ beeinträchtigen könnten. Hier kommen unter anderem filterstabile und hydraulisch wirkende Filtervliese zum Einsatz, wobei ein solcher Vlies immer überlappend verlegt wird. Dabei muss verhindert werden, dass sie an keiner Stelle mit stehendem Wasser in Berührung kommen. Ebenso ist zu berücksichtigen, dass sich Filterschichten aus Schüttbaustoffen nicht für eine Dachbegrünung eignen.

Die Vegetationsschicht

Die Vegetationsschicht und eine durchwurzelbare Schicht. Aufgrund dieser besonderen Eigenschaft bildet sie also die Grundlage für das Pflanzenwachstum. Dabei muss dringend darauf geachtet werden, dass die Vegetationsschicht strukturstabil ist und das einsickernde Wasser pflanzenverfügbar abspeichert, sodass nur das überschüssige Wasser an die Dränschicht abgegeben wird. Dabei muss sie selbst bei einer maximalen Wasserkapazität ein ausreichendes Luftvolumen für die Vegetationsform aufweisen. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass sie nicht oft mit stauender Nässe in Berührung kommt. Dabei kommen folgende Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Bodengemische, wie zum Beispiel Humus, aus verbesserten Oder- und Unterböden.
  • Mineralische Schüttstoffgemische, ohne oder aber mit einem unterschiedlich hohen Anteil an organischer Substanz.
  • Mineralische Schüttstoffe, die eine offenporige Kornstruktur aufweisen.
  • Substratplatten, welche entweder aus Schaumstoffen oder aus Mineralfasern bestehen.
  • Vegetationsplatten.

Für eine extensive Dachbegrünung eignen sich die Substrate, welche zum größten Teil aus mineralischen Bestandteilen bestehen und dabei nur einen sehr geringen Anteil an organischer Substanz aufweisen. Des Weiteren sollte diese bezüglich Brandschutz 20 Gewichts-Prozent nicht überschreiten und auch Bodengemische sind an dieser Stelle nicht geeignet.

Einen wesentlichen Maßstab stellt die Dicke von der Substratschicht für die Wachstumsbedingungen dar. Bei den ökologischen Schutzbelegen liegt diese bei 4 bis 12 cm. Diese Dicke sollte man für die extensive Begrünung nicht überschreiten. So würde sich eine extensive Begrünung bei einer zu hohen Substratschicht mit der Zeit umgestalten. Es kann in diesem Fall schnell passieren, dass Sedum und Moose von anspruchsvolleren Pflanzen wie Kräutern und Gräsern sowie Sträuchern einfach verdrängt werden. Diese vertrocknen anschließend jedoch in den Zeiten, in denen das Wasserangebot zu gering ist und lassen somit kahle Stellen zurück, welche zu einer Erosionsgefahr werden.

Mobile Pflanzenbehälter

Man sollte bei einer Einzel- oder Flächenbegrünung in mobilen Behältern auf keinen Fall die entstehenden Lasten außer Acht lassen. So wiegt ein gefüllter Pflanztrog nicht wenig. Wichtig ist es in einem solchen Fall, dass die verwendeten Dämmstoffe ausreichend druck- und standfest sind. Je nach Gewicht des Behälters ist über der Abdichtung und Schutzlage jetzt oft noch eine Druckausgleichsplatte aus Gummischrotmatten oder anderen Materialien. So kann ein Absinken der Formkörper sowie eine eventuelle Beschädigung von der Abdichtung umgangen werden.

Es ist möglich, dass die Pflanzgefäße teilweise als Systeme geliefert werden. Das erlaubt eine große Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten. Die Behälter selbst können unter anderem aus Kunststoff, Waschbeton oder aus Faserzement hergestellt sein, wobei der Vorteil von Kunststoff ganz klar das geringe Eigengewicht wäre, sodass eine größere Mobilität vorhanden ist.

Handelt es sich um eine nachträgliche Begrünung, so kommen auch Formteile aus PS-Hartschaum zum Einsatz. Diese verfügen über eingelegte Filter- und Wasserspeichermatten sowie über eine vorkultivierte Bepflanzung, was vor allem praktisch und komfortabel für die Nutzer ist.

Die Begrünung

Die Ansiedelung der Pflanzen kann auf unterschiedliche Arten erfolgen und ist ebenso abhängen von den jeweiligen Pflanzenarten. So kann sie durch Nass- oder Trockenaussaat erfolgen oder durch Sprossenstreu. Auch Pflanzungen sind möglich und selbst die Kombination aus mehreren Verfahren ist bei der Ansiedlung denkbar.

Möchte man eine extensive Begrünung haben, so ist es ratsam, eine artenreiche Pflanzengemeinschaft auszuwählen, welche nicht nur einen geringen Pflegeaufwand benötigt, sondern sich ebenso den Standortbedingungen anpasst. Zusätzlich ist eine schnelle Begrünung anzustreben, die zusätzlich bodendeckend sein sollte.

Gut zu wissen ist die Tatsache, dass die bepflanzen bzw. die eingesäten Flächen bis zum Anwachsen nach den festgelegten Bestimmungen der DIN 18 919 [34] gepflegt werden müssen. Dazu zählen neben der Startbewässerung auch punktuelle Nachsaaten bzw. Nachpflanzungen und schlussendlich auch die jeweiligen Düngungsmaßnahmen.

Sobald die Extensivbegrünungen sichtbar mindestens 60 Prozent der Fläche bleibend bewachsen ist, können diese abgenommen werden. Dabei müssen die einzelnen Pflanzungen stets fest verwurzelt sein. Die ausgestreuten Sprossen müssen zudem schon Wurzeln gebildet haben und zudem angewachsen sein. Des Weiteren müssen die Vegetationsmatten komplett geschlossen begrünt sein, wobei ebenfalls darauf geachtet wird, dass diese großflächig angewachsen sind.

Die Sicherung gegen Niederschlags- und Windbeanspruchung

Bei einem Schichtaufbau, bei dem die Dachbegrünung noch nicht durchwurzelt ist, besteht immer die Gefahr, dass es durch eine Wasser- oder Windeinwirkung zu einer Abtragung kommt. Um das zu verhindern oder die Gefahr zu mindern, kann es an windexponierten Standorten sowie bei Steildachbegrünungen notwendig sein, im Anfangsstadium der Dachbegrünung zusätzliche Lagesicherungsmaßnahmen vorzunehmen. Das kann unter anderem durch Abstreuungen oder einer Oberflächenverfestigung vorgenommen werden. Auch Errosionsschutzgewebe kommt nun oft zum Einsatz.  Das ständige Feuchthalten von dem Substrat während der Fertigstellungpflege ist ein weiterer Punkt in diesem Bereich.

Es kann allerdings auch sein, dass diese Sicherungsmaßnahmen bei einer leichten Extensivbegrünung in den Dachrand- und Eckbereichen nicht ausreichen. An diesen Punkten ist es ratsam, de Schichtdecke zu erhöhen oder die Begrünung durch einen schwere Oberflächenschutz abzusichern bzw. diese durch die Verwendung von Kiesschüttungen oder einem Plattenbelag zu ersetzen. Dabei sind allerdings wieder die Bestimmungen der DIN 1055 Teil 4 zu beachten.