Bei einem Kaltdach handelt es sich um eine zweischalige Dachkonstruktion, welche eine Luftschicht umfasst. Diese steht, im Gegensatz zum Warmdach, an mindestens zwei Seiten vom Dach mit der Außenluft in Verbindung. Im Gegensatz zu einem Warmdach hat es also eine Belüftungsebene und Entlüftungsebene, welche zwischen der Dachhaut und der Wärmedämmung liegt. Das Kaltdach war für etliche Jahre die typische Ausführung eines Daches, was unter anderem daran liegt, dass der Dachboden damals als Speicher genutzt wurde und so viele Vorteile entstanden.

Wie funktioniert ein Kaltdach?

Ein Kaltdachaufbau soll vor allem die Funktion erfüllen, dass das obere Dachgeschoss bzw. die oberste Dachschicht an heißen Tagen weniger aufheizt als bei einem Warmdach. Somit eignet sich diese Variante hervorragend für einen Dachgeschossausbau.

Der sogenannte heiße Gebäudekopf bleibt bei diesem Dach aus. Außerdem wird Luftfeuchtigkeit, welche durch die Decke aus dem Haus diffundiert, über die Belüftungszone (Hinterlüftungsebene) abgeführt, welche sich unter der Dachhaut befindet. Das hat die Folge, dass die Wärmedämmung raumseitig nicht zwanghaft durch eine Dampfsperre geschützt werden muss. Als Alternative reicht zum Beispiel eine Dampfbremse schon aus, wobei das der Dachdecker individuell entscheidet.

Bild zeigt KaltdachAuf diesem Foto kann man die Hinterlüftungsebene sehr gut erkennenWichtig ist es allerdings, dass die Belüftungsöffnungen sowie die Luftschicht, welche sich oberhalb der Dämmebene befindet, eine ausreichende Größe aufweisen. Nur so ist es möglich, dass ein optimaler Luftaustausch funktionieren kann, um die anfallende Feuchtigkeit auch abzuführen.

Die Öffnungen, welche der Belüftung dienen, werden dafür in jedem Sparrenfeld sowohl an der Traufe und First als auch an zwei sich gegenüberliegenden Seiten sowie meistens zusätzlich in der Mitte angeordnet.

Durch die zunehmende Dämmwirkung der Dämmschichten kommt nun immer weniger Wärme in den Lufthohlraum. Das bedeutet aber auch, dass das Risiko steigt, dass hier die eindringende Feuchtigkeit einen Schaden verursachen könnte.

Des Weiteren sinkt mit der zunehmenden Wärmedämmung bei Flachdächern und Steildächern die Konvektion in dem Lufthohlraum.

Genau das ist auch der Grund dafür, dass für Kaltdächer mit einer sehr geringen Neigung Dampfbremsen mit höheren Diffusionswiderstände verwendet werden.

Grundsätzlich funktioniert das Prinzip des Kaltdaches umso besser, je steiler die Dachneigung ist. Aus diesem Grund unterscheiden sich auch die Mindesthöhen der luftführenden Schichten zwischen einem Flachdach (mind. 10cm Höhe) und einem Dach mit über 30° Neigung (mind. 6,5cm).

Vor allem bei Flachdächern ist eine Querdurchlüftung besonders wichtig, da hier der Auftrieb durch Erwärmung verloren geht.

Wie sieht ein Kaltdachaufbau aus?

Der Aufbau ist recht einfach, wobei hier natürlich individuelle Einzelheiten auch zu Abweichungen führen können. Grundsätzlich muss man unterscheiden, ob es sich um ein Flach- oder Steildach handelt. Die Dachkonstruktion, Dachstuhl oder der Dachaufbau bzw. die Dachformen sind also besonders wichtig.

Flachdachvariante:

Die Dämmung befindet sich entweder unterhalb der Dachsparren, im untersten Bereich zwischen diesen oder aber zwischen den einzelnen Traghölzern der Dachabdichtung. Wo genau die Dämmstoffe nun angebracht werden, kommt darauf an, wie die Flachdächer konstruiert sind. Über die Balken vom Dach, den Dachbalken, wird nun eine Schalung verlegt, welche komplett durchgeht und auf welche nun die Dachabdichtung sowie eventuelle Schutzschichten aufgebracht werden.

Die Flachdachvariante besteht aus:

  • Dem Unterbau
  • Einer Wärmedämmung
  • Der Belüftungsschicht die der Be- und Entlüftung dient
  • Eventuell einer Dichtschicht (vor allem bei Flachdächern)
  • Einer Dachhaut (Dachpappe, Dachziegen, Bedachung)

Damit der Hohlraum zusätzlich belüftet wird, werden bei einem Kaltdach oft spezielle Entlüfter in die Schalung sowie in die Dachabdichtung eingebaut. Zu der Dachraumseite hin, also raumseitig zu der Dämmschicht, wird eine Luftdichtheitsschicht erreichtet und eine Dampfbremse eingezogen. Zu guter Letzt kommt die Dampfbremsfolie, diese ist luftdicht und wird verklebt.

Steildachvariante:

Bei der Steildachausführung gibt es drei unterschiedliche Möglichkeiten der Dämmung:

  • Zwischensparrendämmung
  • Aufsparrendämmung
  • Untersparrendämmung

Mehrheitlich kommt die Zwischensparrendämmung zur Anwendung. Bei dieser Variante wird das Dämmmaterial zwischen die Sparren „geklemmt“. Zur Vermeidung von Luftströmungen muss die Dämmung zwingend dicht am Sparren anliegen. Das System erfordert raumseitig eine Dampfbremse und eine luftdichte Ebene.

Aufdoppelung SparrenBestehende Dachsparren werden aufgedoppelt und das Unterdach angebracht Als Dämmstärke werden mindesten 20cm empfohlen. Reicht die Sparrenhöhe dafür nicht aus, muss der Holzsparren aufgedoppelt werden. Darauf kommt eine Unterdeckung, wobei es hier verschiedene Möglichkeiten gibt. Dazu gehören die Unterspannbahn, eine sogenannte Schalung mit der Dachbahn oder aber Unterdachtafeln.

Danach folgt eine Konterlattung, an welcher die Lagerlattung vom Dach befestigt wird. Diese hat die Aufgabe, die eigentliche Dachdeckung zu tragen, sodass sie eine wichtige Rolle beim Dachaufbau spielt.

Wie wird richtig gedämmt?

Viele entscheiden sich dazu, das eigene Kaltdach irgendwann noch mal sanieren bzw. nachdämmen zu lassen, um so einige Kosten einzusparen und kein neues Dach bauen zu müssen. Dafür gibt es zum Beispiel die sogenannte Kaltdachdämmung, die auch unter dem Namen Drempeldämmung bekannt ist.

Hierbei werden mit Hilfe von Einblasmaschinen sogenannte Mineralfaserflocken verwendet, um so den Dämmstoff optimal zu verteilen, was auch angewandt wird, um aus diesem Dach ein Warmdach zu bauen und Energie einzusparen.

Bei dem Dämmmaterial gibt es die Wahl zwischen Mineralwolle, Glaswolle sowie Steinwolle oder aber Wolle aus nachwachsenden Rohstoffen wie Baumwolle oder Hanf. Auch Dämmplatten werden gerne genutzt. Neben dem Dämmmaterial wird nun noch Klemmfilz benötigt, welches nach dem Zuschneiden zwischen die Sparren geklemmt wird und somit schon längst keine geheimen Tipps mehr sind.

Nun wird Dichtband auf die Sparren angebracht, welches in der Regel übrigens selbstklebend ist. Nun wird die Folie an die Sparren angebracht, worauf die Abdichtung der Dampfsparren folgt. Als Nächstes wird die Konstruktion montiert, welche die Innenraumverkleidung halten soll, wobei sich die Abstände der Haltekonstruktion nach dem Material richten. Nun wird wieder alles verkleidet, wobei die eben entstandenen Zwischenräume nun ebenfalls gedämmt werden können.

Worauf ist bei der Dachdeckung zu achten?

Um ein funktionstüchtiges Kaltdachsystem zu gewährleisten, sind Entlüftungssteine erforderlich, welche als Abluftöffnung im Firstbereich verbaut werden müssen und rein optisch an kleine Fenster erinnern. In der ÖNORM B 4119 wurden die dabei erforderlichen Abluftöffnungen festgelegt. Diese richten sich nach der individuellen Sparrenlänge und Dachneigung.

Die Verlegung von den Entlüftungssteinen erfolgt von der ersten bis zur dritten Reihe vom First. Bei anschließenden Reparaturen oder Wartungsarbeiten dürfen die Entlüftungssteine anschließend nicht begangen werden.

Weitere Fragen zur richtigen Dacheindeckung beantwortet Ihnen am besten Ihr Dachdecker aus der Steiermark bei einem persönlichen Gespräch.

Worauf ist bei den Spenglerarbeiten zu achten?

Die Spenglerarbeiten müssen so ausgeführt werden, dass die Belüftung in keinster Weise eingeschränkt wird. Sämtliche Be- und Entlüftungsöffnungen sowie die Entlüftungsebene müssen frei von jeglichem Montagematerial sein. Ebenso gehört die Dachentwässerung zu seinen Aufgaben. Ein Fall für den gut geschulten Handwerker. Bauherren sollten vor dem Renovieren immer einen Fachfirma zu Rate ziehen.

Was kostet ein Kaltdach?

Die Kosten von einem solchen Dach können natürlich nicht pauschalisiert werden, da hier wichtige Faktoren eine Rolle spielen. So zum Beispiel die Größe und die Beschaffenheit der Immobilie, welche mit einem neuen Dach versehen werden soll. Die Fassade hingegen ist nicht relevant. Dann spielt die Materialfrage natürlich ebenfalls bei den Kosten mit, denn auch hier gibt es preisliche Unterschiede, welche den Endpreis beeinflussen.

Der Vergleich: Kalt- oder Warmdach?

Die Vorteile eines Kaltdaches liegen auf der Hand. Da eine hervorragende Entlüftung herrscht, sind die Temperaturen herrlich konstant und auch im Sommer angenehm. Des Weiteren ermöglicht es auch die gute Abfuhr von Feuchtigkeit aus dem Hausinneren heraus.

Im Gegensatz dazu wird bei einem Warmdach der Raum zwischen den Sparren vollständig mit Wärmedämmung ausgefüllt, sodass hier kein Freiraum (Hinterlüftungsebene) besteht. Dies erhöht den Wärmedämmfaktor, oder auch Wärmedurchgangskoeffizient (K-Wert)

Kann man Kaltdächer nachträglich dämmen?

Ein solches Dach ist optimal gedämmt, sodass hier in der Regel keine nachträgliche Dämmung von Nöten ist. Sollte die Dämmung jedoch mal ausgewechselt werden müssen, was natürlich eher sehr selten der Fall ist, ist das auch an diesem Dach problemlos möglich. Zusätzlich lässt sich das Kaltdach auch zum Warmdach umbauen.

Technische Informationen:

  • Bei Massivdecken kann auf die Dampfbremse verzichtet werden.
  • Dämmung muss lückenlos aufgebracht werden. Stärke infolge U ≥ 0,2 bis 0,25 W/m²K mindestens 16 bis 20cm, abhängig vom λ Wert.
  • Luftraum: Querschnitt 1/150 der Dachgrundrissfläche. Höhe bei Flachdachkonstruktionen mindestens 10cm, bei Steildächern über 30° mindestens 6,5cm.
  • Anschlüsse und Entwässerung werden wie bei einem Warmdach ausgeführt.

Auch ein bestehender Dachstuhl kann für den Dachausbau (Schaffung von Wohnraum) nachträglich umgebaut werden wie man am unteren Beispiel sehen kann. Die bestehenden Holzsparren wurden aufgedoppelt, gedämmt und der Kaltdachaufbau aufgesetzt. Abschließend folgte die Dacheindeckung. Ausführender Dachdecker und Spengler: Altenburger Leibnitz.

kaltdach fertig3vorherkaltdach fertig3nachher

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