Das Blechdach - ein unterschätztes Dachsystem

Ein Blechdach besticht durch vielfältige positive Eigenschaften, von denen vor allem die Wartungsfreiheit und Robustheit sowie das meist geringere Gewicht im Vergleich zu Ziegel oder Betonsteinen zu nennen sind. Auch die hohe Standhaftigkeit (Schneedruck) ist hier zu nennen. Und doch: Das Erste, das einem beim Thema Blechdach in den Sinn kommt, sind Garagendächer.

Aber wie alle Vorurteile ist auch dieses nicht stimmig und vor allem ungerecht, werden Metalldächer doch schon seit Jahrhunderten zur Eindeckung von Häusern verwendet. Es gibt praktisch keine Dachform, die sich nicht durch ein Blechdach eindecken lässt.

Blechdächer sind demnach auch für Sattedächer oder Walmdächer geeignet. Dünn ausgewalztes Blech wird aber hauptsächlich für Flachdächer oder Pultdächer eingesetzt. Mehr Infos dazu auch unter Flachdach. Ein Blechdach zeichnet sich v.a. dadurch aus, dass es wasserundurchlässig ist. Andererseits kann es daher - je nach Dachform - zu stehendem Wasser kommen. Dieses Wasser greift schließlich das Blech an, was unter dem Dach zu Schimmelbildung führen kann. Deshalb ist die richtige Neigung von entscheidender Bedeutung.

Zu den Nachteilen eines Blechdachs zählen sicherlich seine thermischen und akustischen Eigenschaften. Kann es sich im Sommer extrem aufheizen, sind im Winter große Wärmeverluste über das Dach zu verzeichnen. Akustisch ist die Lärmbelästigung bei (starkem) Regen oder Hagel nicht zu unterschätzen. Daher ist eine entsprechende Dämmung von zentraler Bedeutung, zumal damit praktisch alle Nachteile beseitigt werden können. Ein Blechdach sollte man deswegen unbedingt von einem Experten errichten lassen. Für die Steiermark finden Sie hier Ihren kompetenten Ansprechpartner: Spengler Steiermark

Aufbau eines Blechdachs

Ein Blechdach wird in mehreren Schichten aufgebaut:

  • Die erste und oberste, also äußere, Schicht ist die Eindeckung im gewählten Blech.
  • Darauf folgt die Trennungslage meist aus Bitumenglasvlies. Sie ist zur Dämpfung des Regengeräusches unerlässlich und verhindert zusätzlich noch die Kondensationsfeuchtigkeit.
  • Das Vlies ist auf der Holzschalung aufgebracht, die die Unterkonstruktion und damit Montage-Basis für die Blechbahnen liefert.
  • Die 4. Schicht ist die Hinterlüftung als Temperaturausgleich. Sie sorgt für einen besseren Feuchtigkeitsabtransport und erhöht die Lebensdauer des Blechdaches.
  • Darunter wird die Wärmedämmung aus Mineralwolle angebracht.
  • Damit Wasserdampf die Dämmung nicht angreifen kann, wird hier eine Dampfsperre verbaut.
  • Die 7. und letzte Schicht ist die Innenverkleidung, meist aus Gipskartonplatten.

Neigung eines Blechdachs

Für die Langlebigkeit eines Blechdaches ist vor allem die Neigung von zentraler Bedeutung. Diese wird u.a. von ÖNORM B 3691 geregelt. Dabei muss das Regelgefälle mindestens 3% betragen. Diese Grenze kann bei massiven Bauteilen auf max. 2% unterschritten werden, wenn die Dimensionierung der Profilbleche auch bei z.B. maximaler Schneelast auf der Dachfläche das Regelgefälle von 2% nicht unterschreitet.

Unter "Regelgefälle" versteht man dabei die Neigung der Dachfläche in Falllinie. Grundsätzlich ist die Neigung u.a. abhängig von der Unterkonstruktion, von Ichsen oder dem Vorhandensein großer Durchbrüche.
Diese Angaben sind aber Mindestangaben und meist nicht zielführend, vor allem dann nicht, wenn es Querstöße und Durchdringungen gibt. Denn Wasser muss vom Dach ungehindert abfließen können.

Vor allem bei Trapezblechdächern sind dabei sich in den Trapezrillen fangender Schmutz und bildende Moose ein Hindernis. Sie stellen eine Gefahr für ein regensicheres Blechdach dar. Deshalb ist ein Gefälle wichtig, das einen schnelleren Wasserablauf gewährleistet und damit eine gewisse Selbstreinigung des Dachs bewirkt. Daher wird eine Neigung von mindestens 5 Grad empfohlen.

Übersicht über die Materialien, Vorteile und Nachteile

Jedes Material hat seine eigenen Vor- und Nachteile, die Kosten sind natürlich abhängig vom Material. Daher ist die richtige Auswahl entscheidend. Um Ihnen dies einfacher zu machen, haben wir die folgende Gegenüberstellung für Sie erstellt:

Material Vorteile Nachteile
Verzinktes Stahlblech farblich an Fassade anpassbar Korrosionsanfälligkeit wenn die Zinkschicht verletzt ist
Wellblech sehr stabil, ideal für große Flächen Korrosionsanfälligkeit
Eloxiertes Aluminium farblich anpassbar, lässt Wasser gut abrinnen, auch als Trapezdach erhältlich, sehr geringes Gewicht korrosionsanfällig
Titanzinkblech besonders langlebig, beliebteste Variante, optisch meist überzeugend;geringe Wärmedehnung, durch Patina quasi wartungsfrei und "unverschmutzbar" korrosionsanfällig, Verfärbung durch Patina
 Kupferblech Luxusvariante, enorm langlebig, gut und leicht dehn- und verformbar höherpreisig, Verfärbung durch Patina, korrosionsanfällig

Trapezblechdächer

Trapezblechdächer haben den großen Vorteil hoher Beständigkeit. Sie halten extremen Temperaturen stand und selbst ungünstige klimatische Bedingungen stellen kein Problem dar. Im Gegensatz zu Dachziegeln saugen Blechdächer kein Wasser auf, wodurch das Dachgewicht stets konstant bleibt.

Ein Trapezblechdach ist somit gerade dann eine gute Lösung, wenn das Dach unter starker Belastung steht. Hinzu kommt die einfache Montage des Trapezblechs, was die Kosten naturgemäß reduziert. In Summe weisen sie ein hohes Preis-Qualitäts-Verhältnis auf.

Aber wie alles im Leben gibt es auch Nachteile, die an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben sollen. Neben der Korrosionsanfälligkeit stellt die Lärmentwicklung durch Regen oder Hagel die wesentlichen Nachteile dar. Professionelle Montage, wie sie die steirischen Qualitätsspengler selbstverständlich vornehmen und damit die richtige Neigung und Dämmung, können die Nachteile ausmerzen. Bei all den Vorteilen und den beherrschbaren Nachteilen muss jedoch festgehalten werden, dass Trapezbleche vom optischen Gesichtspunkt nicht zu jedem Dach passen, am ehesten noch zu modernen Bauten.

Wie lange hält ein Blechdach

Bei sorgfältiger Ausführung, wie sie von den Mitgliedsbetrieben des Handwerksverbands gewährleistet wird, bei Einhaltung des nötigen Gefälles und Belüftung der Holzunterkonstruktion, kann man von einer Lebensdauer von mindestens 40 Jahren ausgehen.

Wer liefert und montiert ein Trapezblechdach

Wenn Sie sich für ein Trapezblechdach entscheiden, so helfen Ihnen die steirischen Spengler gerne weiter. Von der fachgerechten Beratung über die Lieferung des Materials bis hin zur fachgerechten Montage erhalten Sie hier alles aus einer Hand.

Die Versuchung ist groß, vor allem Trapezbleche in Eigenregie zu montieren. Davor sei aber im Hinblick auf die Anforderungen zur Dichtheit und Dämmung dringend abgeraten. Nichts geht über eine professionelle und fachkundige Montage. Damit erreichen Sie die maximale Lebensdauer Ihres Daches und vermeiden die Nachteile des Blechdaches. Qualität zahlt sich letztlich immer aus, auch und gerade, wenn es um Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden geht.

Weiterführende Links:
Kamindach