Dach mit kaputten Ziegeln

Kaputte Dachziegel austauschen: Das sollten Sie wissen

Dachziegel schützen die Häuser vor den vor Wind und Wetter. Dieser Umstand bringt mit sich, dass die Dachdeckung laufend einer Gefahr der Beschädigung ausgesetzt ist. Aus diesem Grund müssen die Dachziegel regelmäßig vom Dachdecker kontrolliert und gegebenenfalls neu positioniert oder ausgetauscht werden. Doch auch Hausbesitzer können die Dachziegel im Rahmen ihrer Möglichkeiten kontrollieren und somit einen Reparaturbedarf sehr schnell erkennen und melden. Je früher dies geschieht, umso einfacher ist oftmals die Reparatur.

Wie erkenne ich einen kaputten Dachziegel?

Es gibt grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten einen kaputten Dachziegel zu erkennen. Feuchtigkeit und Wasserflecken auf der Innenseite des Daches sind natürlich ein sicheres Zeichen für Probleme mit den Dachziegeln. In einem solchen Fall müssen Sie nicht weiter kontrollieren, sondern können gleich den Dachdecker anrufen und den Schaden melden. Doch auch ohne solche leicht erkennbaren Probleme sollten Sie mindestens ein mal pro Jahr die Dachziegel auf Schäden überprüfen.

Hier leistet ein Fernglas gute Dienste, da die Begehung des Daches für den Laien in der Regel deutlich zu gefährlich ist. Achten Sie vor allem auf Dachziegel an den Übergängen zu beispielsweise Dachfenstern oder Gauben.

Suchen Sie das gesamte Dach mit dem Fernglas ab und achten Sie auf Brüche, verrückte oder fehlende Dachziegel oder Bruchstellen. Je weniger gepflegt ein Steildach ist, also je schmutziger es mit den Jahren ohne Pflege wird, umso schwieriger ist es solche Schäden zu entdecken und umgehend mit der Dachsanierung zu beginnen.

Aus diesem Grund sollte auch die Dachfläche regelmäßig vom Fachmann gewartet werden. Die Inspektion des Daches mit dem Fernglas sollte regelmäßig erfolgen, um frühzeitig Beschädigungen und defekte Dachziegel zu erkennen. Ansonsten ist es wichtig, dass ein Übersteigen des Daches durch einen Fachmann ein mal pro Jahr durchgeführt wird.

Werden Dachziegel kaputt wenn man auf ihnen geht?

Es gibt viele Gründe warum Dachziegel kaputtgehen können. Stürme und Wind können beispielsweise durchaus für etliche Schäden an den Dachziegeln sorgen. Auch Eis oder Schnee können aufgrund ihrer Lasten zu Schäden an Dächern führen.

Bei kleinteiligen Dacheindeckungen können auch bei geringen Windgeschwindigkeiten lokale Schäden auftreten. Dabei müssen die Windgeschwindigkeiten nicht einmal höher sein, als in der ÖNORM B 1991-1-4 angeführt.

Ebenfalls sehr häufig für die Beschädigung einzelner Ziegel verantwortlich sind Einschläge von abbrechenden Ästen bei nahestehenden Bäumen. Wenn diese das Dach überragen kann es hier sehr schnell zu Schäden kommen. Das Begehen der Dachziegel allein kann, muss aber nicht der Grund für die Beschädigung sein.

In der Regel sind Dachziegel ohne Probleme zu begehen, wenn das Gewicht der begehenden Person nicht zu groß ist und die Ziegel sauber aufliegen. Das sogenannte Übersteigen von Dächern, also das Begehen der Dachflächen zur Kontrolle und für Wartungs- und Reparaturarbeiten ist ohne eine Begehung der Ziegel nicht möglich.

Je älter allerdings die Dachziegel werden, umso höher steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Ziegel unter der Belastung Schaden nehmen und gegebenenfalls brechen. Aus diesem Grund arbeiten Dachdecker (Dachdecker Steiermark) in der Regel immer abgesichert und mit abgesperrten Gangbereichen unterhalb der zu begehenden Dächer.

Wie tauscht der Dachdecker einen kaputten Ziegel?

Der Austausch der kaputten Dachziegel ist abhängig von der Art der Ziegel und vom jeweiligen Dachaufbau vor Ort. Während der üblichen Übersteigung der Dachflächen werden vom Dachdecker verschiedene Wartungs- und Reparaturaufgaben vorgenommen. Darunter fallen neben dem Austausch defekter Ziegel unter anderem folgende Aufgaben:

  • Die Lagekontrolle aller Dachziegel
  • Die Ausbesserung schadhafter Vermörtelungen
  • Die Überprüfung aller vorhandenen Sicherheitseinrichtunge
  • Die Reinigung der sogenannten Wasserfalz von Verschmutzung
  • Die Reinigung aller Blechanschlüsse und aller vorhandenen Blechkehlen
  • Die Reinigung der Dachrinnen und der Fallrohre

Hinzu kommt selbstverständlich der Austausch beschädigter Dachziegel direkt vor Ort. Hierbei wird je nach Art der Dachziegel unterschiedlich gearbeitet. Verbreitet in unseren Gegenden sind vor allem Falzziegel und Flachziegel. Seltener vertreten sind andere Arten von Ziegeln wie beispielsweise römische oder Toskana-Ziegel.

Der Austausch kaputter Falzziegel im Detail

Sollen einzelne beschädigte Falzziegel ausgetauscht werden, helfen Holzkeile bei der einfachen Demontage. Diese werden unter den überlappenden Ziegel und den ebenfalls sich darüber befindlichen Ziegel geschoben.

Durch das solchermaßen gesicherte Anheben der oberen Dachziegel lässt sich der kaputte Dachziegel komfortabel anheben und herausziehen. Der neue Dachziegel lässt sich auf die gleiche Art und Weise wieder montieren.

Er wird in die vorhandene Lücke eingeschoben und an der optimalen Endposition bequem abgesenkt. Nun können die Holzkeile entfernt werden, sodass die Dichtigkeit des Daches wieder gesichert ist.

Der Austausch kaputter Flachziegel im Detail

Da Flachziegel in einem anderen Verbund verlegt werden, müssen für den Austausch dieser Ziegel die beiden darüber liegenden Ziegel mittels Holzkeilen angehoben werden. Nun ist es problemlos möglich den beschädigten Ziegel herauszuziehen.

Sind die Flachziegel allerdings vernagelt, müssen die Nägel mittels leichter Bewegungen am beschädigten Ziegel gelöst werden. Lassen sich die Nägel nicht lösen, so muss der Dachziegel vor Ort mittels Hammer und Meißel durchtrennt werden, um den Nagel herausziehen zu können.

Falls möglich setzen Dachdecker die passenden Dachziegel schnell und ohne Probleme wieder ein. Wichtig ist, dass die Hauseigentümer nach Möglichkeit einen Überschuss an Original-Dachpfannen vor Ort lagern sollten, da viele Modelle bereits nach wenigen Jahren im Handel nicht mehr erhältlich sind. Nur so kann ein einheitliches Aussehen des Daches auch nach einer Reparatur gewährleistet werden.

Sturmschaden Dach

Sturmschaden am Dach - was ist zu tun?

Daten wie der 12. Dezember 2017, der 17. April 2018 oder der 21. Juni dieses Jahres haben sich in das Gedächtnis vieler Steirer eingeprägt. Denn vielerorts haben Stürme an diesen Tagen besonders heftig gewütet, Überschwemmungen verursacht und zahlreiche Dächer beschädigt oder gar ganz abgedeckt. Alleine in der Gemeinde St. Johann im Saggautal wurden beinahe 30 Dächer schwer beschädigt.

Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass weite Teile der Steiermark als Sturmzentrum gelten, stellt sich natürlich die Frage danach, was zu tun ist, wenn auch das eigene Dach ein Opfer der Naturgewalten geworden ist. Wie also geht man richtig vor? Und was zahlt welche Versicherung?

Wie gefährdet ist mein Haus für Sturmschäden?

Aufgrund ihrer topographischen Eigenheiten wird die Steiermark regelmäßig von heftigen Stürmen heimgesucht. Neben klassischen Gewitterstürmen, im Rahmen derer es häufig zu starken Gewitterfallböen (Downbursts) in Orkanstärke kommt, treten starke Stürme auch während massiven Föhnlagen auf und richten mit Windspitzen von über 120 km/h große Schäden an, die pro Ereignis nicht selten in die Millionen gehen.

Ein Bericht über schwere Unwetter in der Steiermark aus dem Jahr 2017:


Allerdings sind nicht alle Regionen der Steiermark gleichermaßen von Stürmen bedroht. Die Beschaffenheit von Tälern und Höhenlagen hat einen großen Einfluss auf die Luftströmungen und sorgt dafür, dass die Anzahl der Sturmtage innerhalb der Steiermark von Ort zu Ort zwischen 2 und 45 Tagen pro Jahr schwankt. Während es bei Bad Aussee im Nordwesten mit 2,2 Sturmtagen pro Jahr relativ ungefährlich ist, liegt die Anzahl der Sturmtage im Bereich der benachbarten Tauplitzalm bereits bei 42,3 Tagen pro Jahr.

Ein hohes Sturmschadenrisiko besteht ebenfalls in den Höhenlagen bei Fischbach (44,8 Tage), Großeck (19 Tage), Weißkirchen (19,4 Tage) sowie rund um den Hochreichart (20,6 Tage). Relativ risikoarm ist hingegen der Süden, wo die Anzahl der Sturmtage, also der Tage mit mindestens Windstärke 8, zwischen 0,8 und 3 liegt. Weitere Informationen stellt die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik bereit.

Welche Versicherung zahlt für Sturmschäden am Dach?

Hat das Dach bei einem Sturm Schaden genommen, heißt es schnell handeln, um weitere Schäden an der Bausubstanz zu verhindern. Aber welche Versicherung springt in einem solchen Fall ein? Für die unmittelbaren Schäden, die ein Sturm am Dach, also an der Eindeckung, dem Dachstuhl oder den Dachfenstern anrichtet, kommt in der Regel die Wohngebäudeversicherung auf. Diese reguliert aber nicht nur Schäden, die durch den Wind selbst verursacht werden, sondern auch wenn die Beschädigungen durch herabwehende Äste, umgestürzte Bäume oder herumfliegende Trümmer hervorgerufen wurden.

Viele Gebäudeversicherungen übernehmen auch direkt von Haus aus die Reparatur von beschädigten Dachflächenfenstern. In anderen Polizzen sind diese hingegen nicht oder nur in geringem Umfang mitversichert. Ein prophylaktischer Blick in die Ihrer Unterlagen schadet also nie. Insbesondere, wer gleich mehrere große Dachflächenfenster oder eine Panoramaglasfront besitzt, sollte über eine zusätzliche Glasversicherung nachdenken.

DachflaechenfensterDachflächenfenster sind nicht immer mitversichert - Foto: Inschlag

Tritt infolge des Sturmdefekts ein Nässeschaden auf, da Wasser durch ein Loch in der Eindeckung in das Haus eindringt, ist dies ebenfalls ein Fall für die Wohngebäudeversicherung.

Die Wohngebäudeversicherung greift allerdings nicht in jedem Fall. Stürzt beispielsweise ein Baum aus dem Garten Ihres Nachbarn auf Ihr Haus und beschädigt die Eindeckung samt Dachstuhl, dann ist die Gebäudeversicherung Ihres Nachbarn am Zug. Eine Ausnahme gibt es dann, wenn der Baum bereits im Vorfeld Anzeichen eines Schadens oder einer Krankheit zeigte, die dessen Standfestigkeit beeinflusst hat. Dann ist der Eigentümer in der Leistungspflicht bzw. dessen Privathaftpflichtversicherung.

Trifft ein Sturmschaden hingegen das Dach eines Rohbaus, reguliert die Bauleistungsversicherung den Schaden. Für Schäden an der Einrichtung auf dem Dachboden oder im Dachgeschoss ist die Wohngebäudeversicherung nicht verantwortlich. Hier springt, sofern vorhanden, die Hausratversicherung ein.

Wie melde ich einen Sturmschaden richtig?

Sturmschaden in GrazSturmschäden müssen umgehend gemeldet werden - Foto: Schachner Dach

1. Ist ein Schaden entstanden, sollte dieser so schnell wie möglich der zuständigen Versicherung gemeldet werden. Die Versicherungsgesellschaften verfügen zu genau diesem Zweck über eine Hotline, die in der Regel 24 Stunden am Tag besetzt ist. Bei der ersten Kontaktaufnahme, die auch per E-Mail erfolgen kann, reicht es aus, das grobe Geschehen zu schildern. Alles Weitere kann später kommuniziert werden. Wichtig ist nur, dass die Meldung frühzeitig erfolgt, da Sie sonst im schlimmsten Fall auf dem Schaden sitzen bleiben könnten.

2. Sobald Sie die Versicherung kontaktiert haben, sollten Sie den Schaden in Augenschein nehmen und Beweisfotos zu Dokumentationszwecken anfertigen. Aus Gründen der Beweiskraft ist es immer besser, einen Nachbarn als neutralen Zeugen hinzuzuziehen und diesen ein Protokoll anfertigen zu lassen. Immerhin dauert es meist einige Tage, bis ein Gutachter der Versicherung den Schaden schätzen kann.

Fertigen Sie Fotos zur Beweissicherung an und ziehen Sie neutralen Zeugen hinzu

3. Da Sie gemäß Ihrem Versicherungsvertrag eine Schadensminderungspflicht haben, müssen Sie dafür sorgen, dass der Schaden etwa durch eindringendes Wasser nicht größer wird. Sprechen Sie diesen Punkt im Rahmen der Kontaktaufnahme mit der Versicherung in jedem Fall an. Wurden Ziegel vom Dach geweht oder ist die Dichtheit durch einen anderen Schaden beeinträchtigt, sollten Sie schnellstmöglich einen Dachdecker kontaktieren.

Dieser sichert lose Dachziegel und bringt im Bedarfsfall eine schadensmindernde Behelfsbedeckung an. Lassen Sie sich den Schaden und die durchgeführten "Notfallarbeiten" durch den Dachdecker ebenfalls bestätigen, um gegenüber der Versicherung eine lückenlose Beweiskette zu haben. Ist die Dichtigkeit des Daches hingegen nicht betroffen, sollten Sie die Schäden bis zum Eintreffen des Gutachters so lassen, wie sie sind.

Betriebe dachdecker spenglerAuf dachdecker-spengler.com finden Sie Ihren Fachbetrieb in der Steiermark
4. Kopieren Sie alle wichtigen Dokumente (z.B. Gutachten, Kostenvoranschläge etc.), die für den Schaden und die Regulierung relevant sind, bevor Sie diese zur Prüfung an die Versicherung schicken. Nehmen Sie am besten schriftlich wiederum Kontakt mit Ihrer Versicherung auf und lassen Sie sich grünes Licht für die entsprechenden Maßnahmen geben.

5. Erst wenn Sie die Bestätigung der Versicherung erhalten, sollten Sie die finalen Reparaturaufträge herausgeben. Häufig dauert es jedoch einen Monat oder länger, bis die Versicherung überhaupt zahlt. Scheuen Sie sich nicht mehrfach nachzufragen und sich feste Zusagen und Namen von Mitarbeitern zu notieren. Spätestens nach einem Monat können Sie zumindest eine Abschlagszahlung einfordern.

Wer muss einen Sturmschaden bezahlen: Mieter oder Vermieter?

Bei Sturmschäden ist der Eigentümer in der Pflicht, den Schaden zu regulieren bzw. durch seine Versicherung regulieren zu lassen. Das bedeutet, dass der Vermieter, respektive dessen Versicherung, für den Schaden zu zahlen hat, da er die gesetzliche Pflicht hat, das Wohnhaus bzw. die Wohnung instand zu halten.

Nichtsdestotrotz sollten Mieter einen Sturmschaden so schnell wie möglich bei ihrem Vermieter melden, damit dieser im Rahmen der Pflichten des Versicherungsvertrages tätig werden kann und die Schäden so gering wie möglich ausfallen.

Weiterführende Links:
Dachdecker Steiermark

Bild zeigt Hagelschaden am Dach

Hagelschaden auf dem Dach, was ist zu tun?

Auch wenn ein Sommer mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke viele positive Seiten mit sich bringt, so sind auch zahlreiche unwetterartige Gewitter mit schweren Hagelschauern Teil dieser Jahreszeit.

Besonders stark betroffen ist immer wieder die Steiermark. Alleine in der Oststeiermark hat ein einziger Hagelschauer am 14. Juli 2018 einen beträchtlichen Sachschaden von mehr als einer Million Euro angerichtet.

Die Hagelkörner dellen dabei nicht nur Fahrzeugdächer ein, sondern verursachen auch auf zahlreichen Dächern schwere Schäden. Da derartige Schäden in Österreich und gerade in der Steiermark besonders häufig sind, stellt sich berechtigterweise die Frage, was bei einem Hagelschaden zu tun ist?

Warum verursacht Hagel in der Steiermark so große Schäden?

Dass Hagelschäden insbesondere in der Steiermark besonders hoch ausfallen, liegt schlicht daran, dass Österreich sozusagen im geographischen "Hagelepizentrum" Europas liegt.

Laut aktuellen Statistiken aus dem Klimaatlas Steiermark ist die Gefahr von Hagelschauern insbesondere im Rahmen von Gewittern mit zunehmender Seehöhe besonders hoch. Heiße Sommer wie in diesem Jahr sorgen zudem für eine besonders hohe Luftfeuchtigkeit, was die Anzahl der durchschnittlichen Gewittertage zwischen Mitte Mai und Anfang September auf 5-6 ansteigen lässt.

Hagelkarte steiermarkDie Steiermark zählt zu den am stärksten betroffenen Gebieten 
Während das flachere Vorland vor allem im Mai und Juni von Hagelschauern betroffen ist, stellen sich die entsprechenden Wetterphänomene in der Obersteiermark meist erst im Hoch- und Spätsommer ein. Das bisher dramatischste Hageljahr war das Rekordjahr 2004, als die Hagelschlagschäden im Land mehr als 20 Millionen Euro betrugen. Kein Wunder, erreichen die Hagelkörner in der Steiermark nicht selten einen Durchmesser von über 3 Zentimetern.

Zahlt die Versicherung einen Hagelschaden am Dach?

Hagelschäden am Dach können schnell einen Bereich von mehreren tausend Euro erreichen. Während ein zerschlagenes Dachfenster mit mindestens 700.- bis 1.000.- Euro zu Buche schlägt, kann die Sanierung eines "zerschossenen" Daches leicht auch 100.- Euro pro Quadratmeter überschreiten. Wer diese horrenden Kosten nicht selbst tragen möchte, benötigt in der Regel eine spezielle Versicherung.

Für die Regulierung eines Hagelschadens ist grundsätzlich die Wohngebäudeversicherung verantwortlich. Diese Polizzen schützen Ihre Wohnimmobilie vor unerwarteten Schäden von außen und setzten sich aus mehreren Teilversicherungen zusammen.

Obligatorisch sind hier neben der Leitungswasserversicherung meist auch die Feuerversicherung, die Brand-, Blitzschlags- und Explosionsschäden reguliert. Einige Polizzen verfügen zudem über eine Sturmversicherung, die Sturmschäden (ab Windstärke 8) und auch Hagelschäden abdeckt.

Hier sollten Versicherte ihre Polizze genau lesen, denn oftmals ist eine solche Sturmversicherung nicht von Haus aus Bestandteil der Wohngebäudeversicherung. Gerade in Österreich bzw. der Steiermark ist der Abschluss einer solchen Versicherung empfehlenswert, denn wer keine entsprechende Polizze hat, bleibt auf den Hagelschäden sitzen.

Im Zweifelsfall kann Hagelschlag im Rahmen einer Elementarschadensversicherung zusätzlich abgesichert werden.

Hier sehen Sie ein Video vom verheerenden Hagelunwetter 2009 in der südlichen Steiermark:

Welche Hagelschäden zahlt die Versicherung?

Ist eine entsprechende Polizze vorhanden, reguliert die Versicherung die entsprechenden Hagelschäden, die durch einen Gutachter festgestellt worden sind. Zu den regulierbaren Schäden gehören vor allem Beschädigungen, die direkt durch das Auftreffen der Hagelkörner auf die Dachschindeln, Dachfenster oder Dachrinnen verursacht worden sind.

Neben diesen sogenannten "Einwirkungsschäden" kommt die Versicherung auch für Folgeschäden auf. Zerschlägt der Hagel beispielsweise ein Dachfenster und es entstehen Feuchteschäden am Parkettboden, bevor eine Sicherungsmaßnahme vorgenommen werden kann, werden auch hier die Reparaturkosten übernommen.

Vorsicht bei Photovoltaikanlagen

Auf immer mehr Dächern sind Photovoltaik- oder Solaranlagen zu finden. Diese Anlagen helfen zwar langfristig dabei, das Klima und den eigenen Geldbeutel zu schonen, sind jedoch auch den Gefahren von Hagelschlag besonders ausgesetzt.

Selbst wenn nur ein oder zwei Module beschädigt werden, erreichen die Reparaturkosten leicht vier bis fünfstellige Bereiche. Auch hier ist ein genauer Blick in die Polizze der Wohngebäudeversicherung dringend zu empfehlen, bevor es zu einem Hagelschaden kommt. Meist sind nämlich nur kleinere Anlagen mit wenigen Kilowatt-Peaks in Standard-Polizzen enthalten. Über eine Zusatzpolizze lässt sich dieses Problem allerdings schnell lösen.

photovoltaikVorsicht bei der Versicherung von Photovoltaik-Anlagen - Foto: Bau & Dach

Wie melde ich einen Hagelschaden?

Damit die Versicherung einen Hagelschaden überhaupt reguliert und die Regulierung möglichst schnell vonstattengeht, müssen einige Dinge beachtet werden.

Der entscheidende Punkt ist hier der Faktor Zeit, denn je schneller die Versicherung von einem Schaden weiß, desto besser.

Hagelschäden müssen umgehend an die Versicherung gemeldet werden

Hierzu reicht bei der ersten Kontaktaufnahme ein kurzer Anruf oder eine E-Mail als Vorabinformation. Genaue Angaben mit Ausnahme der Versicherungsnummer und einer groben Fallschilderung müssen zunächst noch nicht gemacht werden. Zur Kontaktaufnahme bzgl. der Schadensmeldung verfügt jede Versicherung über eine Hotline.

Zudem müssen Schäden durch Fotos so gut es geht dokumentiert werden, wobei es immer hilfreich ist, wenn Zeugen anwesend sind, die ebenfalls Fotos anfertigen und ein Protokoll erstellen.

Um Folgeschäden zu vermeiden und die Schäden einzudämmen, sind die Versicherten dazu verpflichtet, z.B. zerschlagene Dachfenster mit einer Plane provisorisch abzudecken. Ansonsten kann es sein, dass Schäden nicht übernommen werden.

Nicht zwingend zur Schadensvermeidung notwendige Reparaturen sollten ebenfalls nicht vorgenommen werden, bevor ein Sachverständiger der Versicherung den Schaden aufgenommen hat.

Ist das Gutachten fertig, können die entsprechenden Reparaturen von einem Dachdecker aus Ihrer Region vorgenommen werden.

Betriebe dachdecker spenglerAuf dachdecker-spengler.com finden Sie Ihren Fachbetrieb in der Steiermark

Ein Stolperstein sind an dieser Stelle sogenannte "Allgemeine Sanierungsmaßnahme" und "Wertverbesserungen". Wer also wertsteigernde Maßnahmen zusammen mit der Behebung von Hagelschäden beauftragt und hofft, dass die Kosten ebenfalls von der Versicherung getragen werden, irrt sich. Unabhängig von der Höhe dieser Kosten werden sie von der Versicherung nicht übernommen.

Wer muss den Hagelschaden bezahlen: Mieter oder Vermieter?

Grundsätzlich gilt hier der Grundsatz: Eigentum verpflichtet. Dementsprechend muss der Eigentümer einer Wohnimmobilie, sprich der Vermieter, für Hagelschäden am Dach aufkommen. Dieser hat nämlich laut Gesetz die Pflicht, die Wohnung bzw. das Wohnhaus instand zu halten.

Allerdings wird der Schaden bei einer entsprechenden Polizze von der Versicherung übernommen. Mieter sollten ihren Vermieter nach einem Hagelschaden also so schnell wie möglich informieren und ausschließlich in Rücksprache mit diesem handeln - vom Abdecken beschädigter Dachfenster einmal abgesehen.

Weiterführende Links:
Unwetterzentrale Steiermark

 

Dachdecker Spengler