Bild zeigt Hagelschaden am Dach

Hagelschaden auf dem Dach, was ist zu tun?

Auch wenn ein Sommer mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke viele positive Seiten mit sich bringt, so sind auch zahlreiche unwetterartige Gewitter mit schweren Hagelschauern Teil dieser Jahreszeit.

Besonders stark betroffen ist immer wieder die Steiermark. Alleine in der Oststeiermark hat ein einziger Hagelschauer am 14. Juli 2018 einen beträchtlichen Sachschaden von mehr als einer Million Euro angerichtet.

Die Hagelkörner dellen dabei nicht nur Fahrzeugdächer ein, sondern verursachen auch auf zahlreichen Dächern schwere Schäden. Da derartige Schäden in Österreich und gerade in der Steiermark besonders häufig sind, stellt sich berechtigterweise die Frage, was bei einem Hagelschaden zu tun ist?

Warum verursacht Hagel in der Steiermark so große Schäden?

Dass Hagelschäden insbesondere in der Steiermark besonders hoch ausfallen, liegt schlicht daran, dass Österreich sozusagen im geographischen "Hagelepizentrum" Europas liegt.

Laut aktuellen Statistiken aus dem Klimaatlas Steiermark ist die Gefahr von Hagelschauern insbesondere im Rahmen von Gewittern mit zunehmender Seehöhe besonders hoch. Heiße Sommer wie in diesem Jahr sorgen zudem für eine besonders hohe Luftfeuchtigkeit, was die Anzahl der durchschnittlichen Gewittertage zwischen Mitte Mai und Anfang September auf 5-6 ansteigen lässt.

Hagelkarte steiermarkDie Steiermark zählt zu den am stärksten betroffenen Gebieten 
Während das flachere Vorland vor allem im Mai und Juni von Hagelschauern betroffen ist, stellen sich die entsprechenden Wetterphänomene in der Obersteiermark meist erst im Hoch- und Spätsommer ein. Das bisher dramatischste Hageljahr war das Rekordjahr 2004, als die Hagelschlagschäden im Land mehr als 20 Millionen Euro betrugen. Kein Wunder, erreichen die Hagelkörner in der Steiermark nicht selten einen Durchmesser von über 3 Zentimetern.

Zahlt die Versicherung einen Hagelschaden am Dach?

Hagelschäden am Dach können schnell einen Bereich von mehreren tausend Euro erreichen. Während ein zerschlagenes Dachfenster mit mindestens 700.- bis 1.000.- Euro zu Buche schlägt, kann die Sanierung eines "zerschossenen" Daches leicht auch 100.- Euro pro Quadratmeter überschreiten. Wer diese horrenden Kosten nicht selbst tragen möchte, benötigt in der Regel eine spezielle Versicherung.

Für die Regulierung eines Hagelschadens ist grundsätzlich die Wohngebäudeversicherung verantwortlich. Diese Polizzen schützen Ihre Wohnimmobilie vor unerwarteten Schäden von außen und setzten sich aus mehreren Teilversicherungen zusammen.

Obligatorisch sind hier neben der Leitungswasserversicherung meist auch die Feuerversicherung, die Brand-, Blitzschlags- und Explosionsschäden reguliert. Einige Polizzen verfügen zudem über eine Sturmversicherung, die Sturmschäden (ab Windstärke 8) und auch Hagelschäden abdeckt.

Hier sollten Versicherte ihre Polizze genau lesen, denn oftmals ist eine solche Sturmversicherung nicht von Haus aus Bestandteil der Wohngebäudeversicherung. Gerade in Österreich bzw. der Steiermark ist der Abschluss einer solchen Versicherung empfehlenswert, denn wer keine entsprechende Polizze hat, bleibt auf den Hagelschäden sitzen.

Im Zweifelsfall kann Hagelschlag im Rahmen einer Elementarschadensversicherung zusätzlich abgesichert werden.

Hier sehen Sie ein Video vom verheerenden Hagelunwetter 2009 in der südlichen Steiermark:

Welche Hagelschäden zahlt die Versicherung?

Ist eine entsprechende Polizze vorhanden, reguliert die Versicherung die entsprechenden Hagelschäden, die durch einen Gutachter festgestellt worden sind. Zu den regulierbaren Schäden gehören vor allem Beschädigungen, die direkt durch das Auftreffen der Hagelkörner auf die Dachschindeln, Dachfenster oder Dachrinnen verursacht worden sind.

Neben diesen sogenannten "Einwirkungsschäden" kommt die Versicherung auch für Folgeschäden auf. Zerschlägt der Hagel beispielsweise ein Dachfenster und es entstehen Feuchteschäden am Parkettboden, bevor eine Sicherungsmaßnahme vorgenommen werden kann, werden auch hier die Reparaturkosten übernommen.

Vorsicht bei Photovoltaikanlagen

Auf immer mehr Dächern sind Photovoltaik- oder Solaranlagen zu finden. Diese Anlagen helfen zwar langfristig dabei, das Klima und den eigenen Geldbeutel zu schonen, sind jedoch auch den Gefahren von Hagelschlag besonders ausgesetzt.

Selbst wenn nur ein oder zwei Module beschädigt werden, erreichen die Reparaturkosten leicht vier bis fünfstellige Bereiche. Auch hier ist ein genauer Blick in die Polizze der Wohngebäudeversicherung dringend zu empfehlen, bevor es zu einem Hagelschaden kommt. Meist sind nämlich nur kleinere Anlagen mit wenigen Kilowatt-Peaks in Standard-Polizzen enthalten. Über eine Zusatzpolizze lässt sich dieses Problem allerdings schnell lösen.

photovoltaikVorsicht bei der Versicherung von Photovoltaik-Anlagen - Foto: Dach & Bau

Wie melde ich einen Hagelschaden?

Damit die Versicherung einen Hagelschaden überhaupt reguliert und die Regulierung möglichst schnell vonstattengeht, müssen einige Dinge beachtet werden.

Der entscheidende Punkt ist hier der Faktor Zeit, denn je schneller die Versicherung von einem Schaden weiß, desto besser.

Hagelschäden müssen umgehend an die Versicherung gemeldet werden

Hierzu reicht bei der ersten Kontaktaufnahme ein kurzer Anruf oder eine E-Mail als Vorabinformation. Genaue Angaben mit Ausnahme der Versicherungsnummer und einer groben Fallschilderung müssen zunächst noch nicht gemacht werden. Zur Kontaktaufnahme bzgl. der Schadensmeldung verfügt jede Versicherung über eine Hotline.

Zudem müssen Schäden durch Fotos so gut es geht dokumentiert werden, wobei es immer hilfreich ist, wenn Zeugen anwesend sind, die ebenfalls Fotos anfertigen und ein Protokoll erstellen.

Um Folgeschäden zu vermeiden und die Schäden einzudämmen, sind die Versicherten dazu verpflichtet, z.B. zerschlagene Dachfenster mit einer Plane provisorisch abzudecken. Ansonsten kann es sein, dass Schäden nicht übernommen werden.

Nicht zwingend zur Schadensvermeidung notwendige Reparaturen sollten ebenfalls nicht vorgenommen werden, bevor ein Sachverständiger der Versicherung den Schaden aufgenommen hat.

Ist das Gutachten fertig, können die entsprechenden Reparaturen von einem Dachdecker aus Ihrer Region vorgenommen werden.

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Ein Stolperstein sind an dieser Stelle sogenannte "Allgemeine Sanierungsmaßnahme" und "Wertverbesserungen". Wer also wertsteigernde Maßnahmen zusammen mit der Behebung von Hagelschäden beauftragt und hofft, dass die Kosten ebenfalls von der Versicherung getragen werden, irrt sich. Unabhängig von der Höhe dieser Kosten werden sie von der Versicherung nicht übernommen.

Wer muss den Hagelschaden bezahlen: Mieter oder Vermieter?

Grundsätzlich gilt hier der Grundsatz: Eigentum verpflichtet. Dementsprechend muss der Eigentümer einer Wohnimmobilie, sprich der Vermieter, für Hagelschäden am Dach aufkommen. Dieser hat nämlich laut Gesetz die Pflicht, die Wohnung bzw. das Wohnhaus instand zu halten.

Allerdings wird der Schaden bei einer entsprechenden Polizze von der Versicherung übernommen. Mieter sollten ihren Vermieter nach einem Hagelschaden also so schnell wie möglich informieren und ausschließlich in Rücksprache mit diesem handeln - vom Abdecken beschädigter Dachfenster einmal abgesehen.

Weiterführende Links:
Unwetterzentrale Steiermark

 

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