Blitzeinschlag Graz

Blitzschutz in Österreich - Pflicht für Hausbesitzer?

Allein im Sommer 2018 wurden in ganz Österreich mehr als 930.000 Blitzentladungen registriert. Die Steiermark ist mit knapp 350.000 Blitzeinschlägen dabei das am stärksten betroffene Bundesland. Und es handelte sich um einen ruhigen Sommer.

Allein im Jahr zuvor kamen rund doppelt so viele Blitzeinschläge zustande. Dennoch verzichten immer noch viele Hausbesitzer auf einen umfassenden Blitzschutz. Dabei kann ein solcher nicht nur die eigene Immobilie, sondern auch das eigene Leben retten.

 

Was versteht man unter einem Blitzschutz?

Eine Blitzschutzanlage muss mehrere Zwecke erfüllen. Zum einen muss das Gebäude vor dem direkten Blitzeinschlag und der damit verbundenen Feuergefahr geschützt werden. Auf der anderen Seite müssen die im Gebäude befindlichen elektrischen Geräte ebenfalls geschützt werden.

Denn ohne einen entsprechenden Blitzschutz kommt es zu Überspannung, welche die Geräte irreparabel beschädigen kann. In der Regel werden dabei im Blitzschutz verschiedene Einzelkomponenten zusammengefasst, welche als Komplettsystem den Schutz des Hauses, der Elektronik und der Bewohner bei einem Blitzeinschlag gewährleisten.

Welche Arten von Blitzschutzanlagen gibt es?

Eine umfassende und leistungsstarke Blitzschutzanlage besteht somit in der Regel aus zwei verschiedenen Komponenten, welche miteinander optimal harmonieren und für den gewünschten Schutz sorgen. Der äußere und der innere Blitzschutz haben unterschiedliche Funktionen, sind aber beide gleichermaßen wichtig.

Blitze im Raum Graz, Murau

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Der äußere Blitzschutz

Zu dieser Blitzschutzanlage gehören zum einen Auffangeinrichtungen für den Blitzstrom und die entsprechenden Ableitungen zur Erdungsanlage. Die Fangeinrichtungen ziehen sich über das ganze Dach und wirken wie ein aus groben Maschen gefertigter Faraday'scher Käfig aus Metall. Wichtig ist, dass kein Bauteil der Dachfläche weiter als fünf Meter von einem durch den Blitzschutz geerdeten Bauteil entfernt sein darf.

Alle Dachelemente aus Metall wie beispielsweise Schneefanggitter oder auch die Dachrinnen müssen ebenfalls in die Fangeinrichtungen mit einbezogen werden. Die Fangeinrichtungen auf dem Dach werden über Ableitungen mit der Erdungsanlage verbunden.

Schlägt nun der Blitz in dieses Gitternetz ein, wird die elektrische Energie sofort über die Ableitungen geerdet und kann somit ohne Schäden abfließen. Je nach Größe der Immobilie kann die Anzahl der Ableitungen durchaus variieren.

Der innere Blitzschutz

Der innere Blitzschutz soll vor allem vor Überspannungen und überspringenden Spannungen schützen. Zum einen gilt es leitende Elemente von den Ableitungen weit genug zu entfernen oder umfassend abzusichern, sodass es hier zu keinem Überspringen der Spannungen kommen kann. Auf der anderen Seite wird in der Regel ein dreistufiger Überspannungsschutz im Innern installiert.

Unterteilt wird dieser in den Grobschutz, Mittelschutz und Feinschutz. Dabei werden Sicherungen installiert, welche an Hausverteilern, Unterverteilern und Steckdosen angebracht werden und die Entstehung von Überspannungen verhindern. Zudem verhindern diese das Überspringen der Spannung auf die Telefonleitung.

Die Erdungsanlagen - verschiedene Lösungen möglich

Die Erdungsanlagen sind dafür verantwortlich, dass der Blitzstrom direkt in das Erdreich abgeleitet wird. Dabei kann die Erdungsanlage in verschiedenen Varianten realisiert werden. Bei Neubauten kommt beispielsweise der Fundamenterder in Frage, welcher direkt im Betonfundament eines Gebäudes verbaut wird. Bei Neubauten ist dies die sinnvollste und in jedem Fall auch die preisgünstigste Lösung.

Alternativ gibt es noch die sogenannten Oberflächen-Erder. Es handelt sich dabei um einen geschlossenen Ringerder, welcher in geringer Tiefe verlegt werden kann. Der Tiefen-Erder ist ein sogenannter Einzel-Erder, welcher in größerer Tiefe vergraben wird.

Wann ist ein Blitzschutz notwendig?   

Die Pflicht zur Blitzschutzanlage: In Österreich noch immer ein Problem

In der Steiermark besteht die allgemeine, gesetzliche Regel, dass Bauwerke mit Blitzschutzanlagen auszustatten sind, wenn sie wegen ihrer Lage, Größe oder Bauweise durch Blitzschlag gefährdet sind oder wenn der Verwendungszweck oder die kulturhistorische Bedeutung des Bauwerks dies erfordern.

Privathäuser sind von dieser Pflicht jedoch nicht vollständig ausgeschlossen. Bei Bauwerken mit mehr als zwei Wohnungen ist das Erfordernis ebenfalls gegeben, einen Blitzableiter zu installieren.

Von der Verpflichtung zur Errichtung einer Blitzschutzanlage sind Gebäude ausgenommen, bei denen sich aufgrund einer Risikoanalyse ergibt, dass ein Blitzschutz nicht erforderlich ist, sowie Gebäude mit nicht mehr als 400 m² Brutto-Grundfläche der oberirdischen Geschoße.

Achtung: Gesetz und Versicherungspolizze müssen nicht übereinstimmen


Allerdings gibt es auch noch die Versicherungen. Und diese machen die Erstattung bei Blitzschäden meist von einem vorhandenen und intakten Blitzableiter abhängig. Sie sollten in jedem Fall einen Blick in Ihre Versicherungspolizze werfen, ob für Ihre Immobilie eine ähnliche Pflicht durch die Versicherung besteht.

Blitze über GrazBlitze über Graz
Grundsätzlich ist die Installation einer Blitzschutzanlage in jedem Fall sinnvoll. Viele Menschen in Österreich verzichten aufgrund der Kosten auf eine solche Anlage und bleiben im Schadensfall auf den enorm hohen Kosten der Immobilie sitzen. Wer jedoch den Wert der Immobilie gegen die Anschaffungs- und Montagekosten einer Blitzschutzanlage gegenrechnet, wird in Zukunft nicht mehr auf diesen umfassenden Schutz verzichten wollen.

Welche Blitzschutzklassen gibt es? 

Verschiedene Blitzschutzklassen und deren Leistungen.

Insgesamt gibt es vier verschiedene Blitzschutzklassen, welche exakt in der ÖVE/ÖNORM EN 62305-3 definiert werden. Dabei handelt es sich um Konstruktionsregeln für den Blitzschutz, bei denen unter anderem die Maschenweite oder auch die Blitzkugelradien der Fangeinrichtungen oder die Abstände der Ableitungen genauer definiert werden. Den höchsten Schutz bietet die Schutzklasse 1, da hier die größtmögliche Dichte gewählt wird.

Bei der Schutzklasse 4 ist immer noch ein Blitzschutz vorhanden, doch das Netz ist dementsprechend weiter und somit ein wenig unsicherer. Abhängig von der Schutzklasse steigt selbstverständlich auch der Preis der Blitzschutzanlage, da sowohl die Menge an Material als auch der Arbeitsaufwand bei der Montage gleichermaßen deutlich ansteigen.

Für die höchste Schutzklasse muss der Verbraucher tiefer in die Tasche greifen, kann sich dafür aber auch über einen umfassenden und absoluten Blitzschutz freuen.

Wer plant einen Blitzschutz für mein Haus? 

Eine Blitzschutzanlage muss professionell geplant und ausgestaltet werden. Hierbei spielen nicht nur die Maßgaben der ÖVE/ÖNORM EN 62305-3 eine wichtige Rolle, sondern auch die Erfahrung des planenden Betriebs. Aus diesem Grund sollten Sie sich bei der Planung einer eigenen Blitzschutzanlage an Fachbetriebe wenden.  Diese können Sie nicht nur umfassend beraten und Ihnen die verschiedenen Blitzschutz-Varianten erklären, sondern auch die Planung und die Montage der Blitzschutzanlage übernehmen.

Einige Dachdecker- und Spenglerbetriebe bieten einen Blitzschutz selbst an, jedenfalls aber arbeiten sie mit entsprechenden Blitzschutzunternehmen zusammen und können eine Empfehlung abgeben.

Die Vorteile für Sie liegen klar auf der Hand. Dank der oftmals langjährigen Erfahrung bei der Montage und Planung von Blitzschutzanlagen kann für Ihre Immobilie eine maßgeschneiderte und optimale Lösung entwickelt werden, welche sowohl Ihre elektrischen Geräte im Innern als auch die Immobilie selbst schützen. So können Sie auch bei stärkstem Gewitter beruhigt und bestens abgesichert in Ihrem Haus die Wetterphänomene genießen.

Betriebe in Ihrer Nähe finden Sie hier: Spengler Steiermark.

Welche Firma liefert und montiert einen Blitzschutz?

Selbst montieren oder eine Fachfirma beauftragen?

Grundsätzlich können Menschen mit entsprechendem handwerklichem Geschick sicherlich die Montage der Blitzschutzanlage selbst übernehmen und somit Kosten sparen. Doch zielführend oder sicher ist dies nicht. Denn zum einen fehlt es oftmals an der notwendigen Erfahrung, sodass der Blitzschutz nicht vollständig erfolgt oder sogar überhaupt nicht gegeben ist. In einem solchen Fall erhöhen Sie sogar die Gefahren für Ihre Immobilie. Denn die Fangeinrichtungen ziehen Blitzeinschläge in der näheren Umgebung an.

Kann die Energie aufgrund einer mangelnden Montage nicht sicher abgeleitet werden, kann es sogar zu stärkeren Schäden führen als ohne Blitzschutzanlage. Zudem bietet die Montage durch eine Fachfirma des Verbands österreichischer Dachdecker und Spengler noch weitere Vorteile. Denn die Fachbetriebe sind selbstverständlich bestens versichert, sodass bei der Montage auftretende Schäden selbstverständlich ebenfalls abgesichert sind. Es lohnt sich dementsprechend schlichtweg nicht bei der Montage zu sparen und damit im schlimmsten Fall die Sicherheit zu gefährden.

Wie oft muss die Blitzschutzanalge überprüft werden?

Wie bereits weiter oben erwähnt, zahlen viele Versicherungen nur für Blitzschäden, wenn eine intakte Blitzschutzanlage nachgewiesen werden kann. Denn intakt ist hier ein wichtiges Stichwort. Gibt es Schäden an der Anlage, kann diese im schlimmsten Fall nicht nur ihre Arbeit nicht tun, sondern das Haus wie oben zu sehen, stärker gefährden. Aus diesem Grund sollten die Blitzschutzanlagen regelmäßig von einem Fachmann überprüft werden.

Eine Investition in den Blitzschutz lohnt sich auf jeden Fall

Wir raten dazu, die Blitzschutzanlage ein Mal pro Jahr von einem Fachmann prüfen zu lassen. Am ehesten eignet sich für diese Prüfung das Frühjahr. So können eventuelle Schneeschäden frühzeitig erkannt werden. Wird die Anlage direkt wieder in Stand gesetzt, steht der Schutz in der gewitterlastigen Sommerzeit sicher zur Verfügung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Blitzschutz für mehr Sicherheit sorgt und die eigene Immobilie und die eigenen Elektrogeräte vor den verschiedenen Blitzschäden umfassend schützt. Wird der Blitzschutz professionell geplant und vom Fachbetrieb montiert und gewartet, können Sie sich jederzeit auf die schützende Wirkung der Blitzschutzanlage verlassen.

Eine Investition in eine Blitzschutzanlage ist lohnend und wird von vielen Versicherungen explizit verlangt, damit diese bei Blitzschäden überhaupt tätig werden.

Weiterführende Links:
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